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Zentrum für Humangenetik Bremen

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Brustkrebs

Brusttumoren gehören zu den häufigsten Tumoren überhaupt. Ca. 8-10% aller Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an einem bösartigen Brusttumor. Besonders häufig betroffen sind Frauen zwischen 45 und 50 und 60-65 Jahren. Zu den Faktoren, die zur Entstehung beitragen können, gehören ionisierende Strahlung, fettreiche Ernährung und langfristige Einnahme von Östrogenen. Nur 5-10% aller Brusttumoren haben eine familiäre Ursache, die mit der nachweisbaren Veränderung eines bestimmten Gens einhergeht. Weitere Informationen z.B. zum Brustaufbau und verschiedenen Tumorformen, Behandlungszentren etc. sind unter diesem Link zu finden.
In den letzten 10-15 Jahren wurden zahlreiche zytogenetische und molekulargenetische Untersuchungen durchgeführt, um neue Diagnose-/Prognosefaktoren zu erhalten, um langfristig neue Therapien entwickeln zu können.
Zytogenetische Untersuchungen ergaben z.B., dass Trisomie 8 eine frühe klonale Veränderung in einem Subtyp duktaler Karzinome ist (Bullerdiek et al., Cancer Genet. Cytogenet. 1993, 65(1):64-7). Nach neueren Untersuchungen geht dieses mit einer ungünstigeren Prognose einher, unabhängig von Alter, Lymphknoten-Metastasierung oder Tumorgröße (Tagawa et al., Med. Oncol. 2003, 20(2):127-36).
Auf molekulargenetischer Ebene wurde nachgewiesen, dass Veränderungen der Gene BRCA1 (auf Chromosom 17) und BRCA2 (auf Chromosom 13) zu einem erhöhten Risiko für Brusttumoren beitragen. Dieses trifft speziell auch auf familiäre Brustkrebserkrankungen zu. Bei nicht-familiären Tumoren ergaben Untersuchungen, dass eine spezielle Deletion im CHEK2-Gen (auf Chromosom 22) zu einem erhöhten Risiko beiträgt (Meijers-Heijbojer et al., Nat. Genet. 2002, 31(1):55-9). Alle drei Genprodukte spielen eine Rolle bei der Transkription und in der Reparatur und durch die Genveränderungen wird auch ihre Funktion verändert.
Ein besonderer Erfolg konnten in neuerer Zeit bei metastasierten Tumoren mit HER-2-Überexpression, die bisher eine sehr schlechte Prognose hatten, erzielt werden. Hier wurde mittlerweile ein neues Medikament auf Antikörperbasis entwickelt, welches zu einer Verbesserung der Prognose führt. Weitere Derivate sind in der Entwicklung.
Der Einfluss von Genen der HMG-Gruppe auf die Entstehung und/oder Progression von Brusttumoren wird ebenfalls seit einigen Jahren untersucht, um eine weitere Möglichkeit zur Diagnose, Prognose und möglicherweise auch Behandlung, zu finden. So konnte nachgewiesen werden, dass eine Expression von HMGI-C in einer Subgruppe von Tumoren, den invasiv-duktalen Karzinomen, mit dem histologischen Grading korreliert. In den untersuchten lobulären Tumoren ist dagegen keine Expression nachweisbar (Rogalla et al., Mol. Carcinogen. 1997, 19:153-156). In einer neueren Untersuchung konnte eine Korrelation zwischen Tumorgrading und HMGA1-Expression bestätigt werden (Flohr et al., Histol. Histopathol. 2003, 18:999-1004) und damit der potentielle Nutzen als weiterer prognostischer Faktor.
Der genaue Wirkungsmechanismus von HMGA1 in Brusttumoren ist noch nicht bekannt, es konnte jedoch gezeigt werden, dass HMGA1-Protein an den BRCA1-Promoter bindet und ihn inhibiert. In aggressiven sporadischen Tumoren mit drastisch reduzierter BRCA1-Expression konnte eine inverse Korrelation zwischen HMGA1- und BRCA1-Proteinexpression nachgewiesen werden, was auf einen Einfluss von HMGA1 auf die Regulation der Transkription von BRCA1 hinweist (Baldassare et al., Mol. Cell Biol. 2003, 23:2225-2238).





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